Rückmeldungen zum Entwicklungshelfer-Parcours – Selbstorganisierte Reisegruppe
Wie findest du den Parcours als Element zur Unterstützung des eigenen Selbstentwicklungsprozesses?
Ich finde, der Parcours ist eine schöne Spur, der man in diesem Entwickelungsprozess folgen kann, auch innerhalb einer Gruppe. Er gibt mir eine Struktur und regt mich an, ins Selbstreflektieren zu gehen. Vom Technischen her war es anfangs etwas schwierig, alle Elemente darin zu erkennen bzw. die Werkzeuge, die es gibt, zu nutzen. Dazu war die Gruppe im Austausch sehr hilfreich und es hatte durch das „Nicht gleich alles Wissen“ etwas Spielerisches.
Finde ich gut, vor allem als Einstieg in den Selbstentwicklungsprozess, wenn sich jemand erst wenig (oder gar nicht) mit sich selbst auseinandergesetzt hat und sich ENT-wickeln möchte. Hier findet jede/r sehr gezielte Fragen, die ich persönlich sehr wichtig finde. Aber auch wenn man diesbezüglich schon viel “Arbeit” investiert hat, ist es eine schöne Erinnerung, sich wieder damit auseinanderzusetzen.
Der Parcours ist für mich ein nützliches Element, um am Selbstentwicklungsprozess dran zu bleiben. Er war/ist ein sinnvoller und richtungsweisender Leitfaden in unserem Gruppenprozess, den alle Mitreisenden (aus meiner Sicht …mal mehr …mal weniger …mal gar nicht…) zur Vorbereitung auf die Gruppen-Termine und bei unseren Zusammenkünften nutzen konnten.
Der Parcour hat mir geholfen, Altes loszulassen. Die einzelnen Räume haben meine eigene Innenwelt auf unterschiedliche Weise angesprochen. Das wäre ohne den Austausch in der Gruppe für mich nicht möglich gewesen. Es gab durch unsere Gruppe keine Belehrungen bzw. Beurteilungen. Sie war einfach nur da, hat zugehört und manchmal zur Klärung von Fragen beigetragen. Die Gruppe ist zu einem wertvollen Unterstützer bzw. Begleiter geworden.
Ich fand die Vielfalt an Impulsen, die eigenen Verwickelungen zu erkennen, sie nachhaltig im Lebensprozess wahrzunehmen und in kleinen Nuancen anders in Situationen zu agieren, sehr bewusstseinserweiternd. Viele dialogisch-philosophische Ansätze kommen im Parcour bildhaft verständlich und gebündelt vor und das Bild des Hauses finde ich sehr eingängig.
Die Inhalte sind reichhaltig und sprechen mit unterschiedlichen Medientypen an. Die jeweils vier eher kurz gehaltenen Videos als Grundmaterial in den Räumen konnte ich problemlos ansehen, längere Audios oder Videos finde ich anstrengend. Texte sprechen mich eher an, da ich mir dann gut einen Überblick über den Inhalt verschaffen kann. Ich würde mir wünschen, dass es eine Möglichkeit gäbe, bereits gesichtete/angehörte Medien als solche zu markieren und Markierungen ggf. auch wieder zu entfernen, falls man den Parcours oder einzelne Räume erneut beschreiten möchte.
Die vielen Reflexionsfragen haben mich sehr zum Nachdenken angeregt und sowohl bisher in mir Verborgenes als auch neue Sichtweisen, v.a. durch den Austausch mit anderen Teilnehmern, hervorgebracht.
Insgesamt gefällt mir die Idee gut, im Selbstentwicklungsprozess ein Haus zu erkunden. Ebenen erinnern mich an Seele, Geist, Körper und an Bewusstsein & Unbewusstes. Räume an Rollen. Fassade an Gesicht und an Haut als Grenze zur Außenwelt.
Welche Türen haben sich durch die Entwicklungsreise für deine eigene Lebensgestaltung geöffnet? Gibt es konkrete Auswirkung(en)?
Welche Türen haben sich geöffnet? Ganz pragmatisch auf jeden Fall habe ich sehr wertvolle Menschen kennengelernt, die ich mittlerweile sehr schätze und mich jedes Mal freue, wenn wir uns (würdevoll) treffen und gemeinsame Themen philosophieren, über die ich mit anderen Menschen in diesen Themen nicht sprechen kann bzw. es nicht mache. Ich spüre, dass alle auf einem gemeinsamen Weg sind, jeder auf seine Weise und sehr wertschätzend, was ich sehr wohltuend finde. Und auch, dass ich – wenn innerhalb der Gruppe etwas vorgefallen ist – was bei mir Inkohärenz auslöst, sofort reagiere und Dinge z.B. anspreche, auch wenn es mir zunächst einmal unangenehm ist. Das gehört für mich (auch) dazu, mich selbst zu mögen.
Ich erlebe, dass es mir im Laufe der Entwicklungsreise immer mehr gelungen ist, würdevoller mit mir selbst und anderen umzugehen. Die Themen „Selbstfürsorge und Achtsamkeit“, denen ich immer mehr Zeit und Beachtung in meinem Leben und Alltag gebe, wurden bei der Entwicklungsreise gestärkt und gefördert. Konkrete Auswirkungen sind, dass ich inzwischen wahrhaftig liebevoller mit mir selbst und vielen Mitmenschen und Angehörigen umgehe.
Ich schaffe es jetzt mehr als früher, „schwierige“ Gespräche nicht persönlich zu nehmen. Dadurch kann ich in Stress-Situationen mehr bei mir bleiben und immer weniger emotional reagieren. Ich tue mich leichter mit Abgrenzen bzw. Nein-Sagen. Dabei versuche ich einen wohlwollenden Umgang mit meinem Gegenüber zu pflegen. Ich achte mehr darauf, dass es mir persönlich gut geht.
Die große Tür, wie sehr die eigenen Gedankenmuster und Gewohnheiten ständig meine Haltung und mein Handeln beeinflussen und unterbewusst wirken. Die wirkliche Freiheit besteht im Vertrauen, Mut und der ständigen Arbeit an der Selbsterkenntnis. Ich glaube, ich muss einiges an altem Gepäck vor dieser Tür immer wieder neu ablegen, um wirklich bewusst und achtsam zu handeln.
Konkrete Auswirkung ist in jedem Fall ein größeres Gefühl der Verantwortung für die innere Arbeit. Sie ist lebensentscheidend.
Die größte Türe, die sich für mich geöffnet hat, ist das Thema Vertrauen. Zum einen mich selbst nicht mehr so zu verurteilen für meine Themen, die ich habe, und zum anderen mich in einer Gruppe öffnen zu können, ohne Sorge haben zu müssen, verurteilt zu werden. Es ist unheimlich heilsam, einen Raum zu haben mit Menschen, wo man sich wirklich zeigen kann, wie man sich fühlt und was einen bewegt. Das ist etwas ungemein Stärkendes und gibt mir auch Mut, das in anderen Settings zu tun, wo ich es angebracht finde.
Das heißt nicht, dass ich mich verstelle, aber ich sage nicht immer alles, was ich in manchen Augenblicken denke, weil ich weiß, dass mein Gegenüber hierfür kein Verständnis hat und auch aus Sorge über eine negative Reaktion, die mich belasten würde. Hierfür ist die Würdekompass-/Reisegruppe ein wunderbarer Ankerpunkt und ein stärkender Raum.
Außerdem lerne ich mehr und mehr wirklich zuzuhören und nicht schon die nächste Frage oder Antwort parat zu haben. Ein Lauschen mit allen Sinnen, diese Qualität schätze ich sehr und was es mit mir macht.
Ein anderer Punkt ist, dass ich mich öfter frage, wann ich jemanden zum Objekt meiner Wünsche mache und umgekehrt, wo dies mit mir gemacht wird. Es ist etwas sehr tief Verankertes in unserer Gesellschaft und schon so internalisiert, dass das als normal gilt. Durch die Fragen in den einzelnen Räumen entwickle ich ein besseres Verständnis, woher das rührt, dass das passiert. Auch hier bin ich bewusster im Umgang mit Menschen und meinem Umfeld.
Ich verspüre oft mehr Klarheit in Situationen, was ich brauche und wie ich es besser kommunizieren kann, sprich die Selbstverantwortung wird für mich immer wichtiger und zentraler.
Ich denke, die Entwicklungsreise hat mir zu etwas mehr Mut verholfen, meinen eigenen Weg zu beschreiten.
Abschlussworte, der Initiatorin der selbstorganisierten Reisegruppe
Jede/r einzelne und wir als Gruppe sind große Ent-Wicklungs-Schritte gegangen, sind zusammengewachsen, ließen einen sehr vertrauensvollen Erfahrungs- und Ent-wicklungsraum entstehen und dürfen auf eine sehr wertvolle und nachhaltige Reise zurückblicken.
Der Parcours berührt mich jedesmal aufs Neue und die eingehende Beschäftigung mit den vielfältigen Inhalten und Reflexionsfragen bringt – sowohl für mich und meine persönliche Ent-Wicklung – als auch für die gemeinsame Ent-Wicklung im Gruppenprozess immer wieder stärkende neue Antworten, ermutigende „Türöffner“ und spannende Erkenntnisse hervor.
Meine innere Bereitschaft und meine Offenheit, mich mit all meinen persönlichen Erfahrungen und Verwicklungen zu zeigen, haben für mich seit meiner „Ausbildung“ zum Potentialentfaltungscoach eine ganz besondere Bedeutung gewonnen. Meine eigenen Erfahrungen haben mir dabei eindrücklich vor Augen geführt, wie viel Potential in dieser Offenheit schlummert – und wie viel sich entfalten darf, wenn es mir gelingt, mich nicht nur zu zeigen, sondern auch liebevoll(er) mit mir umzugehen und mich zu ent-wickeln. Erst dadurch eröffnen sich neue und tief transformierende Erfahrungen.
Dieser Prozess hat nicht nur mich selbst tief berührt, sondern ich durfte ihn auch innerhalb unserer Reisegruppe miterleben und bin zutiefst bewegt von der Kraft, die darin liegt, wenn Menschen sich gegenseitig in ihrer echten Ganzheit begegnen.
Ich bin sehr froh und überaus dankbar dafür, dass ich den Reisenden auf dieser besonderen Selbstentwicklungs-Reise den Rahmen für diese ergreifenden Erfahrungen schenken durfte!
Wir werden als Würdekompass-Gruppe in Heilbronn gemeinsam weiterreisen!